Margit Ricarda Rolf und ihr Zeugen-Jehovas-Ausstiegs-Forum

Es ist nachvollziehbar, dass ehemalige Zeugen Jehovas Trost und Zuwendung unter ihresgleichen suchen. Das Internet bietet hierfür eine hervorragende Plattform und Zeugen Jehovas, die den Entschluss gefasst haben, diese totalitäre Organisation zu verlassen, können anonym ihre Gedanken und Empfindungen mit anderen ehemaligen ZJ austauschen.

Frau Margit Ricarda Rolf bietet unter der Internetpräsenz www.zeugenjehovas-ausstieg.de ein Forum an, welches als Auffangbecken für ehemalige Brüder und Schwestern der Zeugen Jehovas fungieren soll. Eine gute Sache möchte man meinen, bei genauerer Betrachtung und aktiver Teilnahme an diesem Forum, keimen jedoch viele Zweifel an der Zielsetzung dieser Plattform auf.

Gemäß Selbstaussage war Frau Margit Ricarda Rolf selbst 15 Jahre als aktive Zeugin Jehovas tätig und verbreitete deren Lehre von Haus zu Haus. Soweit mir bekannt, entschloss sie sich freiwillig, dieser Religionsgemeinschaft beizutreten und war keine sogenannte ‘Hineingeborene’. Der Vollständigkeit halber muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass Frau Rolf auch Initiatorin des umstrittenen Vereins ‘Mobbing Zentrale’ ist, welcher Mobbingopfern zu ihrem Recht verhelfen soll. Auch zu diesem Verein gibt es eine Internetpräsenz und ein Forum.

Frau Rolf lässt so gut wie keine sinnige und unsinnige Möglichkeit aus, sich in der Öffentlichkeit als Mobbingexpertin oder Expertin in Sachen Sektenausstieg zu präsentieren. Einige Videos auf YouTube belegen dies. Sowohl für Mobbingopfer als auch für Sektengeschädigte bietet Frau Rolf Seminare an.

Die als klagefreudig bekannte Forumsbetreiberin will nun den Geldbeutel der Wachtturm-Gesellschaft anzapfen, indem sie eine Klage gegen die ‘Leitende Körperschaft’ dieser Organisation anstrebt, in welcher sie ihren (und den aller anderen Ex-Zj und ZJ) Predigtdiensteinsatz mit einem Mindestlohn von ca. 8.- Euro pro Stunde nachträglich vergütet haben möchte. Als Begründung gibt sie an, dass die ZJ indoktriniert (gezielt manipuliert) werden durch Publikationen und Vorträge der ZJ, in welchen propagiert wird, dass man in den Predigtdienst gehen müsse, wenn man errettet werden wolle.

So wird und wurde dies aber niemals von den Zeugen Jehovas verlautbart. Die ‘Leitende Körperschaft’ agiert in ihrer Literatur stets mit den Begriffen ‘sollte’, ‘solltest’ undsoweiter. Ein kleiner, aber sehr feiner Unterschied. Selbstverständlich besteht ein passiver Zwang in Sachen ‘Predigtdienst’, so, wie bei allen anderen Religions- und Sektengruppierungen in vielen Dingen auch ein passiver Zwang besteht. Frau Margit Ricarda Rolf prangert außerdem an, dass Kinder aufgrund des Zwanges in den Predigtdienst von ‘Haus zu Haus’ mitgeschleppt werden und bezeichnet dies als Kinderarbeit.

Auch in diesem Punkt irrt die Frau gewaltig. Arbeit ist zur Finanzierung des Lebensunterhalts gedacht – die Ausübung einer Religionspraktik kann nicht als Finanzierung des Lebensunterhalts angesehen werden, da es dafür nur eine Entlohnung gibt: Gotteslohn – und der wird nicht in Euro, Dollar oder Franken beziffert, sondern geht gegen NULLKOMMANULL. Frau Rolf lässt vollkommen außer Acht, dass in erster Linie Eltern für ihre Kinder verantwortlich sind. Würde man dem Rolf’schen Konstrukt folgen, wäre eigentlich die logische Schlussfolgerung, dass alle Ex-Zeugen-Jehovas-Kinder ihre Eltern verklagen sollten, weil sie von denen in den Predigtdienst von Haus zu Haus mitgezerrt wurden.
Zitat von Frau Margit Ricarda Wolf bzgl. ‘Leitender Körperschaft’:

In den Knast gehören die aber schon deshalb, weil sie Menschen den Haus-zu-Haus-Dienst abgenötigt haben, also als Erschleichung einer Dienstleistung.

Das ist nun völlig an den Haaren herbeigezogen, denn Zeugen Jehovas berufen sich bei ihrer Predigttätigkeit unter anderem auf Markus 16:15:

Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur.

Nimmt man diese Bibelstelle als Grundlage, so ist es eigentlich logisch, dass man von Haus zu Haus missionieren muss, um jede ‘Kreatur’ zu erreichen – sofern man dem Geschreibsel in der Bibel glauben schenken möchte. Genau dazu fühlen sich die Zeugen Jehovas aber verpflichtet. So gesehen bleibt ihnen tatsächlich nichts anderes übrig, als von Haus zu Haus zu ziehen. Nirgendwo in der Bibel wird erwähnt, dass man für diese Tätigkeit eine finanzielle Entschädigung zu erhalten habe.

Man besinne sich an dieser Stelle daran, dass Frau Margit Ricarda Rolf freiwillig zu den Zeugen Jehovas konvertierte und nun eine Entschädigung für ihren freiwilligen Einsatz haben möchte. Achso – sie wurde ja indoktriniert.

Vielleicht sollte Frau Rolf auch noch die Lottogesellschaft verklagen, denn die warb bis vor ein paar Jahren noch mit dem Slogan: Spielen Sie Lotto und Sie werden Millionär.

Befragt man Frau Margit Ricarda Rolf nach ihrer jetzigen Glaubensrichtung, so betont sie stets, dass sie Antitheistin sei, erklärt aber gleichzeitig, dass sie daran glaube, dass Gott in uns allen wohne und verbindet das ganze dann mit einer Esoterik-Pampe, die von Reiki, über Handauflegen bis zum Katholizismus reicht. Mit Antitheismus hat das aber absolut nichts zu tun, denn Antitheisten schließen jedwedes Gotteskonstrukt zu 100% aus.

Sehr grenzwertig ist ein gewisser ‘kostenpflichtiger Bereich’, den sie für einen Jahresbeitrag von 24.- Euro anbietet. In diesem Bereich können dann Realnamen von Zeugen Jehovas veröffentlicht und eingesehen werden. Hier wird dem Mobbing und dem Denunziantentum Raum gegeben. Gemäß Selbstaussage hält Frau Margit Ricarda Rolf von Anonymität überhaupt nichts. Man erinnere sich daran, dass Frau Rolf auch Initiatorin des Vereins ‘Mobbing Zentrale’ ist, der Mobbingopfern Hilfe und Halt geben soll. Es verwundert jetzt nicht mehr, dass der Verein umstritten ist.

Wenn man sich einige Stunden mit dem Forum www.ZeugenJehovas-Ausstieg.de beschäftigt, merkt man bald, dass die Absichten von Frau Rolf eindeutig sind. Sie möchte eine Gruppe von Fans und Ja-Sagern um sich scharen – Kritik verträgt sie nur schwerlich und sehr schnell wird man aus ihrem Forum verbannt, wenn man kritische Gedanken bezüglich seltsamer Praktiken dieses Forums äußert. Frau Rolf wünscht auch keine registrierten Teilnehmer die nur mitlesen – für sie sind dies dann Spione aus anderen Ex-ZJ-Foren oder Zeugen Jehovas aus der Zentrale in Brooklyn.

Stets versucht Frau Rolf zu eruieren, was für ein Seminarbedarf bei den aktiven Mitschreibern besteht – selbstverständlich mit dem Ziel, solch ein Seminar dann selbst anzubieten, um damit Umsätze zu generieren.

Schlusswort:
Die Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas ist ein totalitäres Konstrukt und es ist wichtig, auf die Gefahren von totalitären Strukturen hinzuweisen. Frau Margit Ricarda Rolf und ihr Forum können nur als Rachefeldzug gegen die Organisation der Zeugen Jehovas angesehen werden. Hilfesuchende Sektenaussteiger mit Reiki, Handauflegen und anderem Esoterikquark zu konfrontieren, ist mehr als nur grenzwertig. Vermutlich wird es bald eine neue Sekte geben: ‘Ricardas Freundeskreis’ – oder ähnlich. Warten wir es ab, ich bleibe für meine Leser am Ball.

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